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Behandlungen & Therapiemethoden
Logopädie ist Teil der medizinischen Grundversorgung. Sie beinhaltet Diagnostik, Beratung und Behandlung bei Sprach-. Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen von Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen.
Logopädie muss von einem Arzt verordnet werden. Die Ergebnisse der Eingangsdiagnostik bilden zusammen mit dem ärztlichen Befund die Basis für die Auswahl der Behandlungsmethoden.
Behandlungsziel ist die Herstellung / Wiederherstellung oder bestmögliche Förderung der Kommunikationsfähigkeit.
Die Therapie besteht in ihrem Kern aus spezifischen Übungen. Sie enthält darüber hinaus die Anleitung zum selbständigen Üben. Besonderes Augenmerk erfordert die Einbeziehung der Angehörigen in die Therapie.
Für den Erfolg der Therapie ist die kontinuierliche Mitwirkung der Eltern/Angehörigen von wesentlicher Bedeutung.
Bei angeborenen oder erworbenen Behinderungen wie Down-Syndrom oder Zerebralparese werden auch Spezielle Therapieverfahren angewandt. Alle Therapeutinnen haben während ihrer Tätigkeit in der Praxis für Logopädie umfangreiche Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit Menschen mit Zerebralparese oder genetischen Syndromen erworben.
-> Die Therapeutin kommt zu den Patienten nach Hause, wenn der Arzt die Hausbesuche verordnet.
... für Kinder & Jugendliche bei ...
Eine Hörbehinderung hat meist eine Sprachentwicklungsstörung zur Folge. Eine leichte Schwerhörigkeit führt zu Schwierigkeiten in der Unterscheidung ähnlich klingender Laute, eine zunehmende Schwerhörigkeit zu massiven Einschränkungen von Sprachverständnis und -produktion. Nach der Versorgung mit einem Cochlear Implantat kann nach Intensivbehandlung in einem CI-Zentrum eine ambulante logopädische Behandlung erforderlich sein.
Bei Kindern mit AVWS ist das Hörorgan (Innen- und Mittelohr) in Ordnung, im Hörtest können sie einfache Töne normal hören. Gestört ist erst die weitere Verarbeitung und Wahrnehmung der akustischen Signale im Gehirn.
Ist die auditive Verarbeitung gestört, hört das Kind z.B. störende Nebengeräusche ebenso laut wie die Lehrerstimme. Vielleicht fällt es ihm schwer zu hören, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, oder verschiedene Sprechlaute zu unterscheiden.
Bei gestörter auditiver Wahrnehmung hat das Kind Probleme genau hinzuhören oder mehrere Silben, Zahlen oder Wörter in der richtigen Reihenfolge zu merken.
Bei (phonetischen) Fehlbildungen einzelner Laute (bekanntestes Beispiel ist das Lispeln) spricht man von einer Störung der Artikulation. Lässt das Kind Laute aus oder ersetzt bestimmte Laute durch andere, spricht man von einer Phonologischen Störung. Sagt das Kind "Topf" für "Kopf", wurde der Anfangslaut vertauscht, bei "Bume" statt "Blume" wurde ein Laut ausgelassen.
Der Erwerb und Gebrauch der Grammatik ist gestört. Das Kind bildet keine oder keine vollständigen Sätze. Die Stellung der Wörter ist durcheinander geraten ("Das Buch auf dem Tisch liegt"), Wörter oder Satzteile fehlen ("Mama weg" oder"Buch liegt auf Tisch").
Diese sind funktionell oder organisch bedingte Störungen der orofazialen Muskulatur sowie aller weiteren am Schluckvorgang beteiligten Strukturen. Als Komplikationen bei nichtbehandelten Dysphagien können Mangelernährung, Lungenentzündungen und Bronchitiden auftreten.
Eine Aphasie kann sich nach hirnorganischer Schädigung entwickeln (Kopfverletzungen nach Unfall, Entzündung, Tumor oder Schlaganfall). Eine kindliche Aphasie liegt vor, wenn die bis dahin vom Kind erworbene Sprache beeinträchtigt wird.
Es kann dabei zu Störungen der Wortfindung:
-> bekannte Wörter können nicht mehr genannt werden,
der Lautstruktur:
-> Worte werden fehlerhaft artikuliert
und des Satzbaus kommen.
Eine Schädigung oder Erkrankung des Gehirns kann zu einer Störung in der Ausführung der Sprechbewegungen führen.
Zungen-, Lippen-, Kiefer-, Rachen-, Kelhkopf- oder Atemmuskeln können gelähmt oder in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sein. Dabei kann es zu einer Störung der Atemfunktion, verlangsamter Beweglichkeit von Zunge, Lippen, Gaumensegel und Kiefer, veränderter Lautbildung, undeutlicher Aussprache oder auch veränderter Lautstärke kommen.
Mögliche Ursachen für das Auftreten einer Dysarthrie bei Kindern und Jugendlichen sind zerebrale Durchblutungsstörungen, entzündliche Hirnprozesse oder auch Schädel-Hirn-Traumata.
Bei einer myofunktionellen Störung ist das Gleichgewicht der Muskeln im Mund- und Gesichtsbereich gestört.
Kieferfehlstellungen können durch kieferorthopädische Maßnahmen wie das Anpassen von Zahnspangen beeinflusst werden. Wichtige Voraussetzung für eine effiziente und dauerhaft erfolgreiche kieferorthopädische Behandlung ist das Gleichgewicht der orofazialen Muskulatur.
Ziele der logopädischen Behandlung können sein:
-> Abbau schädlicher Lutschgewohnheiten wie "Schnullern" oder Daumenlutschen.
-> Korrektur eines falschen Schluckmusters: Eine häufige Form der Zungenfehlfunktion besteht im Zungenpressen, bei dem die Zunge während des Schluckens und/oder während des Sprechens zwischen die Zähne gebracht oder gegen die Zähne gepresst wird.
-> Herstellung eines dauerhaften Lippenschlusses.
-> Umstellung von Mund- auf Nasenatmung.
Beim Näseln verändert sich der Stimmklang. Beim geschlossenen Näseln (rhinophonia clausa) gelangt wie bei einem Schnupfen zu wenig Luft durch die Nase. Beim offenen Näseln (rhinophonia aperta) strömt zu viel Luft durch die Nase, was z.B. durch Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten verursacht sein kann.
Beim Poltern handelt es sich um ein sehr schnelles, überschießendes Sprechen. Das Kind lässt dabei Silben, Wörter und Satzteile weg und ist häufig nur schwer zu verstehen. Das Poltern tritt manchmal in Verbindung mit Stottern auf.
Oft gehen Sprachentwicklungsstörungen primär auf andere Ursachen wie Hörbehinderungen , neurologische Erkrankungen oder allgemeine Entwicklungsstörungen zurück. Ebenso oft sind bei Spracherwerbsproblemen aber keine anderen Ursachen festzustellen. Dann spricht man von einer Spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SSES). Die Sprachtherapie kann sich hier auf die unbeeinträchtigte Intelligenz und andere Talente dieser Kinder stützen.
Wenn die Stimme eines Kindes über Wochen oder Monate hinweg heiser, rau, sehr hoch oder sehr tief klingt, liegt eine Stimmstörung vor. Diese kann organisch, z.B. durch Verletzungen oder Krankheiten des Kehlkopfes, oder auch funktionell, durch falschen Gebrauch der Stimme, verursacht sein. Durch angespanntes und gepresstes Sprechen sowie häufiges Schreien kann es zu sogenannten "Schreiknötchen" (Verdickungen auf den Stimmbändern) kommen, die bei Nichtbehandlung zu dauerhaften Stimmbeeinträchtigungen führen.
Zahlreiche Kinder machen im Laufe ihrer Sprachentwicklung eine Phase des unflüssigen Sprechens durch. Sie können ihre Gedanken noch nicht fließend in Worte fassen. Ob ein Kind jedoch eine physiologische Sprechunflüssigkeit oder beginnendes Stottern zeigt, sollte frühzeitig abgeklärt werden.
Der Wortschatz ist zu klein, das Kind kann viele Dinge nicht seinem Alter entsprechend benennen. Die Bedeutung von Wörtern und Sätzen wird nicht verstanden. Diese Schwierigkeit fällt im Alltag oft nicht auf, da die Kinder sich am Situationszusammenhang und der Körpersprache des Gesprächspartners orientieren.
... für Erwachsene bei ...
Sie bezeichnet den Verlust sprachlicher Fähigkeiten nach Hirnschädigung. Eine Aphasie tritt nach vollzogenem Spracherwerb auf. Gedächtnis und Intelligenz bleiben dabei intakt.
Betroffen sein können alle vier sprachlichen Modalitäten wie Sprechen, Verstehen, Schreiben, Lesen. Aphasien können bei folgenden Grunderkrankungen auftreten:
-> Schlaganfällen
-> Schädel-Hirn-Traumata
-> Hirntumoren
-> zerebralen entzündlichen Prozessen
-> Hirnoperationen
-> degenerativen Erkrankungen, bei denen das Gedächtnis betroffen ist, wie bei Morbus Alzheimer
Im Gegensatz zur Aphasie bezeichnet sie keine Sprach-, sondern eine reine Sprechstörung.
Dysarthriker können lesen, schreiben und verstehen. Das Sprechen ist lediglich in seiner sprechmotorischen Ausführung beeinträchtigt. Ursachen sind: Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Hirntumore, Hirnoperationen, Schädel-Hirn-Traumata oder Schlaganfälle.
Mögliche Symptome sind:
-> undeutliche Aussprache
-> Näseln
-> veränderter Stimmklang
-> veränderte Lautstärke
-> gestörte Atemkontrolle
-> reduzierte Atemkapazität
Ein Cochlear Implantat (CI) ist eine Innenohrprothese für hochgradig schwerhörige und gehörlose Menschen, bei denen eine Versorgung mit herkömmlichen Hörgeräten nicht ausreicht. In der logopädischen Therapie wird die "Übersetzung" der elektrischen Impulse in Schallereignisse geübt.
Dabei handelt es sich um eine überschießende, überhastete, undeutliche Artikulation.
Der Schluckvorgang ist entweder durch strukturelle Veränderungen im Mund bzw. Halsbereich oder durch neurologische Störungen (z.B. Schlaganfall) beeinträchtigt. Das Schlucken kann im Bereich von Mundraum, Rachen und Speiseröhre gestört sein.
Nichtbehandelte Schluckstörungen können lebensbedrohliche Folgen haben. Beim Verschlucken kann Nahrung in die Luftröhre und damit in die Lunge gelangen. Dies kann eine Lungenentzündung zur Folge haben. Beim Verschlucken von Nahrung besteht Erstickungsgefahr.
Anders als bei Aphasie und Dysarthrie ist bei Sprechapraxie die Zwischenstufe zwischen Sprachinhalt und Ausführung der Sprechbewegungen, nämlich die Planung der Sprechbewegungen zur Bildung einzelner Laute und Silben, gestört. Eine Störung und Verlangsamung dieses normalerweise automatisierten, unbewussten Prozesses führt zur Entstellung, Dehnung oder Vertauschung beabsichtigter Laute bzw. Pausen zwischen Wörtern und Silben, wodurch die Sprechmelodie verfremdet oder abgehackt wirkt.
In der Therapie spielt die gedankliche Vorplanung der erforderlichen Artikulationsbewegungen von Zunge, Lippen und Kiefer eine wichtige Rolle.
Der Stimmapparat ist krankhaft verändert.
Dies kann
-> funktionell, z.B. durch Überlastung,
oder
-> organisch, z.B. durch Stimmbandverdickungen, Stimmbandlähmung, Kehlkopf-Teilresektion, Kehlkopfentfernung oder Ödeme bedingt sein.
Bei einer hyperfunktionellen Störung kann die Stimme rau, gepresst oder heiser bis tonlos klingen. Möglicherweise ermüdet die Stimme schnell, klingt zu hoch oder zu tief. Missempfindungen wie Kratzen, Kloß- oder Trockenheitsgefühl können auftreten.
Bei einer hypofunktionellen Störung wirkt die Stimme leise und verhaucht. Der Muskeltonus ist herabgesetzt.
Beim Stottern kommt es zu Wiederholungen von Lauten, Silben oder Teilwörtern, Blockierungen oder Dehnungen von Wörtern.
Eine Tracheotomie ( Luftröhrenschnitt ) hat grundlegende Folgen für die Atmung, das Schlucken und das Sprechen. Der Umgang mit der Trachealkanüle sowie die Verbesserung von Schlucken und Sprechen sind Inhalte der Therapie.
... und Spezielle Therapieverfahren
Das AUDIVA-Hörtraining schult in einem Zwei-Phasen-Training Gehör und Wahrnehmung.
Als Behandlungsbereiche kommen in Frage:
-> Sprach- und Sprechstörungen
-> Sprachverständnis- und Wortfindungsstörungen
-> Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen
-> Lese-Rechtschreib-Störungen, Lernprobleme
-> Aufmerksamkeitsdefizite
Das Lee Silverman Stimmtraining wird vor allem in der Behandlung bei Morbus Parkinson eingesetzt. Das intensive Stimmtraining bewirkt eine Zunahme der Lautstärke sowie die Verbesserung von Verständlichkeit und Schlucken.
Neuromotorische Kontrolle nach Brondo / Orofaziale Regulationstherapie nach Castillo Morales und Brondo:
Die Neuromotorische Kontrolle (NMK) nach Dr. med. Juan Brondo (Mitbegründer der Castillo Morales Therapie) ist ein ganzheitliches, neurophysiologisch orientiertes Behandlungskonzept, das u.a. aus der Orofazialen Regulationstherapie entwickelt wurde. Behandelt werden Frühgeborene, Säuglinge, Kinder und Erwachsene mit orofazialen Störungen (z.B. Fazialisparese), Muskelhypotonie (z.B. Down-Syndrom), Zerebralparesen, Schädel-Hirn-Trauma sowie neuromuskulären Erkrankungen. Über manuelle Techniken wie Zug, Druck, Dehnen und Streichen werden Muskelgruppen und Muskelketten aktiviert. Wesentliche Ziele der Behandlung sind die Aktivierung und Regulierung des orofazialen Bereichs (Saugen, Kauen, Schlucken, Speichelkontrolle, Mimik und Artikulation), verbesserte Haltungskontrolle, Stärkung der Selbständigkeit sowie Einbindung von Eltern und Bezugspersonen. Die Ausbildung zur Brondo-Therapeutin umfasst eine mehrjährige Fortbildung mit theoretischer und praktischer Abschlussprüfung.
PNF ist eine Behandlungsmethode, die z.B. bei Fazialis- und Hypoglossusparesen eingesetzt wird. Durch den Einsatz manueller Techniken wie Druck, Zug, Dehnung und Widerstand kommt es zu einer Tonusregulation.
Die neurofunktionelle Reorganisation nach Padovan beruht auf der Wiederholung der Entwicklung frühkindlicher Bewegungsabläufe. In dem Therapieprogramm werden die wichtigsten Phasen der motorischen Entwicklung durchlaufen und durch die Arbeit an den Mundfunktionen (Atmung, Saugen, Kauen und Schlucken) ergänzt. Die Übungen werden mit Liedern oder Versen begleitet und fördern damit gleichzeitig Rhythmus und sprachliche Durchgliederungsfähigkeit. Die Methode ist besonders geeignet für Kinder mit Problemen in der sensomotorischen Entwicklung.
Die Unterstützte Kommunikation ist ein Ansatz zur Förderung nicht oder kaum sprechender Menschen. Ziel ist die Verbesserung der Kommunikation. Der Einsatz von Gebärden, Symbolen oder auch elektronischen Sprechhilfen erleichtert und verbessert die Kommunikation im Alltag.
