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Welche Behandlungsmethoden sind erfolgversprechend

Lese-Rechtschreib-Störung: Welche Behandlungsmethoden sind erfolgversprechend?

Metaanalyse von LMU-Wissenschaftlern gibt Auskunft

Eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne hat nachgeforscht, was bei Legasthenie hilft und was nicht.

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München berichtet, dass eine Forschergruppe um Professor Gerd Schulte-Körne eine Metaanalyse erarbeitet hat, die erstmals einen Überblick darüber gibt, welche Therapien gegen Legasthenie wirksam sind und welche nicht.

Hierfür habe die Forschergruppe um den Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der LMU alle verfügbaren Studien ausgewertet, welche die Wirksamkeit mittels eines randomisiert-kontrollierten Studiendesigns untersucht haben. Das Ergebnis ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PLoS One publiziert.

Legasthenie ist eine der häufigsten Lernstörungen, an der nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene leiden, so die LMU. Oft werde die Legasthenie erst spät erkannt. „Bis zu 40 Prozent der Kinder mit einer Legasthenie haben psychische Probleme, oft als Folgen der Diskriminierung“, sagt Gerd Schulte-Körne. Die Kinder würden mit Aussagen konfrontiert wie beispielsweise „Du bist zu faul!“ oder „Du musst dich halt mehr anstrengen!“. Zudem seien die Kinder und ihre Familien meist auf sich allein gestellt, da sich niemand für die außerschulische Förderung zuständig fühlt.

Therapie: Früh und mit der richtigen Methode

„Eine frühe Förderung und Therapie, die die individuellen Voraussetzungen eines Kindes berücksichtigt, ist daher dringend notwendig“, sagt Schulte-Körne. Bei einer ausgeprägten Legasthenie reiche die schulische Förderung nicht aus. „Diese findet in den Schulen aufgrund fehlender Ressourcen und mangelnder Ausbildung der Lehrkräfte nur unzureichend statt.“

Nach Angaben der Forschergruppe gibt es mehr als 20 verschiedene methodische Ansätze, Kinder mit einer Legasthenie zu fördern. „Doch nur sehr wenige Methoden helfen den Kindern“, sagt Katharina Galuschka, die die Metaanalyse durchgeführt hat. „Vor allem sehr basale Prozesse der Laut-Buchstaben-Zuordnung müssen systematisch geübt werden“, so die Wissenschaftlerin auf der LMU-Website. Zudem habe die Untersuchung ergeben, dass eine längere Förderung wirksamer sei als eine Kurzzeitintervention. Viele populäre Methoden, die an der Veränderung der Augenbewegungen und Verbesserung des Hörens ansetzen, seien nicht wirksam. Eine Behandlung mit leistungssteigernden Medikamenten oder die Nutzung farbiger Brillengläser (Irlen-Linsen) konnten die Leseleistungen ebenfalls nicht steigern, so die Forschergruppe.

Medizinische Leitlinie Legasthenie kommt

Gerd Schulte-Körne sieht die nun publizierte Metaanalyse als eine gute Grundlage für dringend notwendige Behandlungs- und Förderempfehlungen. Die LMU-Forschungsgruppe koordiniert auch eine medizinische Leitlinie zu Legasthenie, die in Kürze erscheinen wird.

dbl Deutscher Bundesverband für Logopädie e. V., 21.08.2014

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